293 € mit einer Shell Option verdient

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In den letzten Tagen sorgte ein Urteil gegen Royal Dutch Shell in den Wirtschaftsmedien für Aufsehen. Was war passiert? Royal Dutch Shell wurde als erstes Unternehmen weltweit zu mehr Umweltschutz verurteilt. Konkret wurde in dem Urteilt festgelegt, dass Shell seinen CO2-Austausch im Jahr 2030 um 45 % gegenüber dem Jahr 2019 reduzieren muss. Auch wenn Shell bereits angekündigt hat gegen das Urteil in Berufung zu gehen, bringt es Unsicherheit für die Anleger. Genau aus diesem Grund habe ich mir die Optionen, die man auf Royal Dutch Shell verkaufen kann, angesehen und bin hier fündig geworden.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass Euch dieser Einblick in mein Optionsdepot gefällt!

Bevor ich auf meine verkaufte Option eingehe, weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass man sich, bevor man mit dem Optionshandel beginnt, genau mit den möglichen Risiken, die dieser mit sich bringt, beschäftigen sollte. Ebenfalls ist dies nur die Vorstellung meines Trades und es handelt sich dabei um keine Empfehlung oder Beratung.

Welche Option habe ich verkauft?

Ich habe heute am 27. Mai 2021 eine Put-Option auf Royal Dutch Shell verkauft. Diese läuft bis zum 17. Dezember 2021 und hat einen Strike bei 18 €. Das bedeutet, ich habe mich bereits heute verpflichtet am 17. Dezember 100 Aktien von Royal Dutch Shell zu 18 € zu kaufen. Sollte der Kurs am 17. Dezember über 18 € stehen, verfällt die Option wertlos und ich kann die Optionsprämie behalten. Steht der Kurs darunter, erhalte ich die Aktien eingebucht und meinem Konto werden 1.800 € belastet. Auch in diesem Fall darf ich die Optionsprämie behalten.

Warum ist die Optionsprämie bei Shell so hoch?

Royal Dutch Shell Chart
Royal Dutch Shell Chart. Quelle Finanzen.net

Diese Frage beantwortet sich sehr schnell, wenn man sich den aktuellen Kurs der Aktie ansieht. Dieser notiert derzeit bei ca. 16 € und damit 2 € unter meinem Strike. Ich spekuliere mit diesem Geschäft also darauf, dass der Aktienkurs in den nächsten 6 Monaten steigt.

Ist das nicht riskant?

Grundsätzlich habe ich in den nächsten 6 Monaten mit dieser Option zwei Risiken. Erstens: Royal Dutch Shell geht insolvent. In diesem Fall bekomme ich 100 wertlose Aktien eingebucht und mein Verlust liegt bei 1.800 € minus 293 € Optionsprämie. Bedeutet: mein maximaler Verlust ist auf 1.507 € begrenzt. Dieses Risiko schätze ich in Bezug auf seine Wahrscheinlichkeit auf unter 1 % ein. Aber trotzdem existiert es.

Das wesentlich wahrscheinlichere Risiko ist, dass der Aktienkurs am 17. Dezember unter 18 € notiert und ich für die Aktien „zu viel“ bezahlt habe. Auch hier darf man die Optionsprämie nicht vergessen. Da ich diese bereits erhalten habe, muss man die 293 € mit in das Geschäft einbeziehen. Diese reduziert den Preis je Aktie um 2,93 €. Das bedeutet konkret: steht der Aktienkurs am 17. Dezember über 15,07 €, habe ich Plus gemacht. Dadurch verändert sich auf einmal die gesamte Ausgangslage. DeNn nun kann der Aktienkurs noch gut einen Euro fallen, bevor ich für die Aktien „zu viel“ bezahlt habe.

Mein Wunschszenario für Shell plus Einschätzung

Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich mir wünschen, dass Shell am 17. Dezember knapp unter 18 € steht. Dann hätte ich sowohl die 100 Aktien, als auch die 293 € Prämie zu einem guten Kurs erhalten. Da sich der Ölpreis bereits seit Monaten deutlich über 60 $ hält, muss man kein Hellseher sein um zu wissen, dass auch mit den nächsten Quartalszahlen ein Milliardengewinn verkündet wird. Da Shell seit dem Coronaausbruch strikte Schuldenreduzierung betreibt, wird sich auch diesmal die Bilanz verbessert haben. Ab Juli erwarte ich zusätzlich ein starkes Zunehmen an Flugreisen, welche zusätzlich den Ölpreis stützen werden. Ebenfalls sollte in diesem Zeitraum der weltweite Kreuzfahrtsektor wieder anlaufen.

Als größtes Risiko sehe ich einen dritte Coronawelle, welche ganz Europa oder – noch schlimmer – die gesamte Welt trifft. Als kleineres Risiko sehe ich, dass das Urteil wirklich rechtskräftig wird und die zukünftigen Gewinne von Royal Dutch Shell nachhaltig belastet.

Natürlich ist die verkaufte Option von mir mit Cash gedeckt. Die Position macht ca. 15 % meines Optionsdepots aus. Mit dieser Größe fühle ich mich wohl, allerdings muss dies jeder für sich entscheiden. Eine weitere Option würde ich auf Shell derzeit nicht verkaufen.

Ich hoffe, dieser kleine Einblick in mein Optionsdepot hat Euch gefallen. Bitte gebt mir doch eine Bewertung!

Dieser Beitrag dient lediglich der Information und stellt die Gedanken des Autors dar. Deshalb handelt es sich hierbei um keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung. Jeder Anleger ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

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