Corestate Capital – Value trap oder stark unterbewertet?

In den letzten Wochen habe ich mich viel mit dem Corestate beschäftigt. Aufmerksam bin ich auf das Unternehmen durch die Unternehmenskennzahlen geworden. Der Kurs von Corestate ist gemessen an den bekannten Unternehmen schon fast zu günstig um wahr zu sein. Deshalb habe ich kurzerhand, obwohl ich keinen Freetrade mehr zur Verfügung hatte, eine erste Position für mein Depot gekauft.

Corestate
Corestate Capital – Eine erste Position

Im nachfolgenden Artikel stelle ich Euch vor, wie das Unternehmen Geld verdient, welche Risiken aus meiner Sicht bestehen und warum ich das Unternehmen gekauft habe.

Wichtig hierbei ist, dass es sich dabei lediglich um meine Meinung!

Viel Spaß beim Lesen!

Wie verdient Corestate Geld?

Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Immobilien-Investmentmanager. Als Kundengruppe hat es dabei vor allem institutionelle Kunden, Family Offices und reiche Privatpersonen.

Für seine Kunden bietet das Unternehmen das gesamte Spektrum an Real Estate Management Leistungen an wie z.B. Fondsmanagement, Assetmanagement, Probertymanagement. Ebenfalls ist das Unternehmen auch in der Projektentwicklung tätig.

Insgesamt verwaltet das Unternehmen 22 Mrd. € und hat im Jahr 2017 einen Umsatz von 161 Mio. € gemacht.

Was macht Corestate attraktiv?

Corestate Kursentwicklung
Corestate KursentwicklungQuelle:Finanzen.net

Das Management hält bisher alle Prognosen zuverlässig ein und steigert jährlich den Umsatz und den Gewinn. Seit dem Börsengang ist der Aktienkurs in der Spitze über 200 % gestiegen und das ohne die Dividendenzahlungen zu berücksichtigen. Auch nach dem Kursabsturz von über 25 € liegt die Aktie seit dem IPO noch mit 71 % im Plus.

Erst kürzlich wurde beschlossen, die Dividende um 25 % zu erhöhen. Damit wird für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende von 2,50 € pro Aktie ausgeschüttet. Beim aktuellen Aktienkurs von 30 € macht das eine Rendite von über 8 %. Ebenfalls liegt das KGV durch starken Kursrückgang bei unter 6.

Aus organischer Sicht lag das Wachstum bei 9 % aus anorganischer Sicht lag es sogar bei über 15 %. Des Weiteren will man sich zukünftig noch stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und hat dafür Assets im Wert von einer Milliarde € beim Nicht-Kerngeschäft reduziert. Im Kerngeschäft lag das Wachstum im letzten Jahr sogar bei über 9 %. Dieser Schritt wurde auch deshalb unternommen, weil man im Kerngeschäft für einen ähnlichen Aufwand eine wesentlich bessere Marge erhält.

Für das nächste Jahr wurde wieder ein Umsatzwachstum von über 30 % im Kerngeschäft in Aussicht gestellt.

Allerdings können die Bilanzkennzahlen etwas täuschen, wenn man sich diese zu flüchtig ansieht. Im letzten Jahr gab es durch einen Verkauf von Bestandsimmobilien einen Sondererlös von 50 Millionen €. Obwohl dieser Effekt einmalig war, konnte der Gewinn durch das Wachstum gehalten werden. Dies zeigt ebenfalls die Stärke und das Wachstum des Unternehmens.

Risiken?

Das klingt alles zu schön um wahr zu sein? Welche Risiken gibt es bei dem Unternehmen?

Auch wenn alle aufgeführten Punkte nach bestem Gewissen ausgearbeitet wurden, ist der Aktienkurs des Unternehmens nicht ohne Grund so stark eingebrochen. Seit Monaten wird Corestate massiv leerverkauft. Leer verkaufen bedeutet, dass man sich Aktien des Unternehmens leiht und später zurückgibt. Dadurch, dass die geliehenen Aktienpakete zeitgleich am Aktienmarkt verkauft werden, kommt es zu einem Überangebot und der Aktienkurs wird zum Absturz gebracht. Wichtig ist, dass diese Leerverkäufer meistens nicht unbegründet vorgehen. In der Vergangenheit wurden durch Leerverkäufe eine Reihe von Bilanzskandalen bei Unternehmen aufgedeckt.

Auf der anderen Seite können Leerverkäufe auch zu einer Chance führen, denn irgendwann müssen die geliehenen Aktien zurückgekauft werden. Sollte dies zu schnell erfolgen, kann es zu einer starken Nachfrage kommen und der Kurs steigt rasant. Als bestes Beispiel kann man hierfür VW heranziehen. Dort stieg der Aktienkurs innerhalb weniger Tage auf 1.000 €, da Leerverkäufer ihre geliehenen Aktien zurückkaufen mussten.

VW, Leerverkäufer
Historische Entwicklung von VW Quelle: Finanzen.net

Was erwarte ich?

Corestate ist ein kleines Unternehmen aus dem S-DAX, welches in der Vergangenheit nicht gerade hohe Umsätze an der Börse hatte. Ebenfalls steht das Unternehmen vergleichsweise wenig in den Nachrichten. Daher denke ich, dass das Unternehmen von den Leerverkäufern als Ziel gewählt wurde, weil es ein vergleichsweise leichtes Ziel war. Innerhalb kürzester Zeit wurde durch die massiven Leerverkäufe Unsicherheit an der Börse verbreitet und der Aktienkurs ist um fast 50 % abgestürzt. Des Weiteren bin ich mir sicher, dass falls die Leerverkäufer einen Verdacht auf Bilanzmanipulation haben, sie diesen bereits in den Medien verbreitet hätten.

Daher gehe ich davon aus, dass das Management nächsten Monat auf der Hauptversammlung alle Ziele bestätigen wird und viel Unsicherheit aus dem Markt verschwindet.

Trotzdem soll man sich bei so einem Investment immer vor Augen führen, dass der Markt länger unrealistisch sein kann, als man selbst Geduld hat. Ebenfalls ist es wichtig, dass die Positionsgröße in einem gesunden Verhältnis zum Gesamtdepot steht.

Des Weiteren sollte man sich nicht von Emotionen leiten lassen. Ich werde die Position in den nächsten Monaten auf 1.500 € aufstocken, wie all meine Positionen. Sollte sich allerdings herausstellen, dass das Unternehmen in Schieflage gerät oder sich doch eine “Leiche im Keller” verbirgt, trenne ich mich von dieser Position.

Ebenfalls ist das Management eine der Hauptaktionäre am Unternehmen, weshalb jeder Euro Aktienkursverlust auch dem Management Verluste zuführt. So etwas gefällt mir besonders, weil dadurch das Management zum langfristigen Wirtschaften angeregt wird.

Ich hoffe, meine Zusammenfassung des Unternehmens hat Euch gefallen. Bitte beachtet, dass es sich hierbei um keine Empfehlung handelt, sondern nur um meine Meinung zu dem Unternehmen und wie ich zu meiner Kaufentscheidung gekommen bin.

Hier findet Ihr mein ganzes Dividendendepot im Überblick.

Mein passives Einkommen – Stand 01.03.2019

passives Einkommen, Cashflow
Passives Einkommen im Februar 2019

Durch einen Kurzurlaub in Hamburg und eine Dienstreise ist auch der zweite Monat des Jahres für mich wie im Flug vergangen. Ebenfalls war der Februar ein Monat, in welchem ich mich fast gar nicht um meine Finanzen gekümmert habe.

Aktuell überlege ich, den Zielwert deutlich zu erhöhen. Selbstverständlich kann ich alleine von 2.100 € gut leben, allerdings wird früher oder später das Thema Familie auch bei mir anstehen und aus meiner Sicht kann man von 2.100 € nicht vernünftig für eine Familie sorgen.

Was bringt es mir, wenn ich finanziell frei bin, meine Familie allerdings nicht? Richtig, nichts!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen des Beitrags, wie sich mein passives Einkommen im Februar entwickelt hat.

Immobilien

Auch im Februar haben alle Mieter pünktlich ihre Miete überwiesen, woraus sich meine 1.420 € Mieteinnahmen zusammensetzen.

Mitte des Monats teilte mir der Makler mit, dass seine Kundin mit dem von mir angebotenen Kaufpreis einverstanden ist. Allerdings ist seine Kundin psychisch instabil. Durch ihre Krankheit konnten wir leider noch keinen Notartermin festlegen.

Zusätzlich überlege ich zur Zeit, ob ich meinen privaten Keller vermiete, um mein Einkommen weiter zu steigern. Allerdings lese ich mich zum Thema noch in die rechtlichen Grundlagen ein.

Da ich in den nächsten Monaten die Abteilung wechsele, werde ich aus Zeitmangel in nächster Zeit deutlich weniger Wohnungen besichtigen.

Dividenden

Leider besitze ich noch kein Unternehmen, das seine Dividende im Februar ausschüttet. Diesen Mangel werde ich aber im Laufe des Jahres beseitigen.

P2P-Investments

Bei Mintos fallen meine Einnahmen für diesen Monat über 50 % höher aus, als für den letzten. Dies liegt daran, dass viele meiner vergebenen Darlehen zurückgekauft wurden. Dadurch habe ich unverhältnismäßig viele Darlehensfälligkeiten gehabt.

Bei Twino sind meine Einnahmen sogar um über 100 % gestiegen. Dies liegt allerdings daran, dass mein Kontostand bei Twino noch sehr gering ist. Dadurch hatte jede Einzahlung von mir eine große Wirkung auf die zukünftigen Zinsen. Auch in der Zukunft bespare ich Twino weiter, um mein passives Einkommen durch P2P zu erhöhen.

Blog

Der Blog wird wohl dauerhaft meine am wenigsten konstante Einnahmequelle sein.

Sowohl meine direkten Aufrufe, als auch meine Anrufe über Google steigen jeden Monat. Dies zeigt mir, dass ich auf meinem Blog den richtigen Content veröffentliche und auch mein Googleranking steigt. Allerdings kann ich es nicht beeinflussen, wie oft auf die angezeigte Werbung geklickt wird.

Da die Kosten für den Blog bis jetzt nur bei 4,95 € liegen und ich hier weiter keine Gewinnabsicht habe, sehe ich mein passives Einkommen durch den Blog sehr entspannt.

Unerwartete Kosten

Ich hatte im Februar keine unerwarteten Kosten. Allerdings überlege ich zur Zeit, ob ich meine monatliche Sparrate für unerwartete Kosten ändere. Aktuell fließen jeden Monat 100 € in einen Bausparvertrag und der restliche Überschuss verbleibt auf meinem Girokonto.

Da der Bausparvertrag noch mit 1 % verzinst wird, ist es eigentlich nicht mein Ziel diesen so schnell wie möglich voll zu sparen. Auf der anderen Seite liegen in dem Bausparvertrag bereits 3.400 €, welche für deutlich bessere Investitionen genutzt werden könnten.

Überschuss und Zielerreichung

Im Februar stieg mein passives Einkommen um 104,23 € und beträgt damit 568,25 €. Dadurch komme ich meinem Ziel fast 5 % näher und stehe für diesen Monat bei einer Zielerreichung von 27,06 %. Damit habe ich über ein Viertel geschafft!

Ich gehe davon aus, dass dieser Wert in den nächsten Monaten weiter steigen wird, da ich für diese große Dividendenzahlungen erwarte.

Depotentwicklung bis zum 01.03.2019

Nach den letzten sehr volatilen Börsenmonaten kommt langsam wieder Ruhe in die Aktienmärkte. Die letzten beiden Monate in 2018 ging es noch mit großen Schritten Richtung Süden, nur um dann im Januar genau so stark nach Norden zu drehen. Sollten die nächsten Monate ebenfalls schwankungsarm an den Aktienmärkten bleiben, bin ich davon überzeugt, dass weiter Anleger an die Börse zurückkehren werden.

Mein Depot vs DAX

DAX, Entwicklung, Aktienmärkte
DAX-Entwicklung im Februar.Quelle: Finanzen.net

Der Februar zeigt einmal mehr, warum kurzfristiges Handeln keine Handlungsmethode für mich ist. Innerhalb weniger Tage verlor der Aktienmarkt im Februar über 400 Punkte. Als die ersten Nachrichten hochkamen, dass das Aufbäumen im Januar die Aktienmärkte nicht vor einem Crash schützen würde, drehte allerdings unser DAX in die andere Richtung. Am Ende des Monats stand ein schönes Plus von 2,4 %.

Besonders beruhigend für mich ist die Tatsache, dass dieses Plus erreicht wurde, ohne dass eines der globalen “Probleme” gelöst wurde. Der Nordkoreagipfel zwischen Trump und Kim in Hanoi ist ohne Ergebnis geblieben. Die Briten können weiter keine Lösung für ihren Brexit finden und werden nun wohl das Austrittsdatum verschieben und auch die Mauer zwischen Mexico und den USA wird noch nicht gebaut. Dass keines dieser Probleme gelöst wurde aber die Aktienmärkte trotzdem steigen, zeigt sehr gut, dass politische Börsen nicht lange anhalten.

Mein Depot

Depotentwicklung, Sparen, Aktienmärkte
Depotentwicklung bis zum 01.03.2019

Im Februar hat sich mein Depot erfolgreich zurück ins Plus gekämpft. Um ganze 2,95 % stieg mein Depot, obwohl viele Werte aus meinem Depot im Februar einen Ex-Dividende-Tag haben.

Aktuell überlege ich, ob ich nicht zukünftig mein Depot mit dem MSCI-World vergleiche. Da mein Depot international aufgestellt ist, sollte es auch mit meinem internationalen Index verglichen werden.

Nachkäufe

Ich werde im März meinen dritten und erst einmal letzten Nachkauf bei Altria tätigen. Nach dem Kauf hat Altria die Zielgröße von ca. 1.500 € in meinem Depot erreicht.

Sollte nach meinem dritten Kauf nochmal stark abgekauft werden, ohne dass sich die Unternehmenszahlen ändern, würde ich noch einmal nachkaufen.

Da die Aktienmärkte in den letzten beiden Monaten wieder ordentlich gestiegen sind, beginnt für mich im März auch die schwierige Suche nach einem neuen Wert für mein Depot.

Unternehmensnachrichten

Im Februar gab es eine ganze Reihe von wichtigen und schönen Unternehmensnachrichten für mich.

Die Allianz hat eine Dividendenanhebung von 12 % angekündigt und zahlt damit für das Jahr 2018 9 € pro Aktie. Ebenfalls wurden weitere Aktienrückkäufe angekündigt.

Lies auch: Allianz – Aktienrückkauf und Dividendenerhöhung

Ebenfalls hat die Deutsche Telekom gemeldet, ihre Dividende von 0,65 € auf 0,70 € zu erhöhen. Das sind weitere 7,7 % mehr für mein Depot ohne Zukauf.

Lies auch: Dividendenerhöhung – Deutsche Telekom und Lloyds Banking liefern

Wie der letzte Link schon verrät, erhöht auch Lloyds Banking seine Dividende. Bei Lloyds Banking wird die Dividende um ca. 5 % erhöht. Zusätzlich werden für 1,75 Mrd. Pfund eigene Aktien zurückgekauft. Dadurch entsteht für die Aktie am Aktienmarkt eine schöne zusätzliche Nachfrage.

Freenet hat diese Woche gemeldet, dass die Dividenden auch für das Jahr 2018 bei 1,65 € je Aktie liegen wird. Damit wird das chaotische Jahr zumindest ohne Dividendenkürzung abgeschlossen. Freenet bleibt weiter ein Wackelkandidat in meinem Depot.

Dividendeneinnahmen im Februar

Leider besitze ich noch kein Unternehmen, welches seine Dividende im Februar ausschüttet. Allerdings befinden sich einige Unternehmen, die das Problem lösen können, auf meiner Watchlist.

Bei diesem Artikel handelt es sich lediglich um meine Meinung und nicht um eine Kaufempfehlung. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.