Depotentwicklung bis zum 01.03.2020

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Wer im Januar gedacht hat, dass wir einen holprigen Jahresstart hatten und im Februar alles besser wird, der wurde kalt erwischt. Anfang Februar sah alles nach ruhigen Börsen aus und unser DAX stieg in der Spitze auf ein neues Rekordhoch. Von dort ging es sieben Tage in Folge steil bergab. Ursache dafür war die starke Ausbreitung des Corona-Virus. Die Schließung von zahlreichen Fabriken und Geschäften in China hat bei vielen westlichen Firmen zu Umsatzwarnungen geführt. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen meiner Depotentwicklung.

DAX-Entwicklung im Februar 2020
DAX-Entwicklung im Februar 2020. Quelle: Finanzen.net

Durch die Flut an Umsatzwarnungen entstand das erste Mal seit Monaten Panik und der DAX verlor innerhalb eines Monats 8,4 % an Wert. Für viele Unternehmen ging es aber deutlich zweistellig in den Keller und die Unsicherheit nahm weiter zu. Die Frage, die sich nun viele stellen, ist: “Ist es vorbei oder geht es noch weiter runter?”. Ich habe dazu meine eigene einfache Meinung und zwar, dass es mir egal ist. Auch in Zukunft werde ich weiter nur starke Unternehmen kaufen. Selbstverständlich verlieren auch diese bei derartigen Panikverkäufen an Wert, aber ihre Marktmacht bleibt ungebrochen.

Das Corona-Virus wird den Bedarf an Lebensmitteln nicht senken, es wird die Menschen nicht zu Nichtrauchern machen und auch die Wohnungsknappheit nicht verringern. Viel mehr bin ich der Meinung, dass eine anhaltende Panik zu steigenden Preisen bei vielen Produkten führen könnte. Dadurch könnte ein Virus das schaffen, was die EZB in vielen Jahren nicht geschafft hat und die Inflation zurück in die Euro-Zone bringen.

Meine Depotentwicklung

Depotentwicklung
Meine Depotentwicklung im Februar 2020

Auch mein Depot wurde im Februar 2020 ordentlich getroffen. Insgesamt ging es für mein Depot 11,84 % runter. Einige meiner Werte wurden “leider” deutlich stärker vom Marktrückgang erwischt, als der Durchschnitt. Leider steht deshalb in Anführungszeichen, weil ich seit langer Zeit wieder bei einigen Werten gute Kurse sehe. Ebenfalls ist auch bei vielen Werten die Dividendenrendite wieder auf eine ansehnliche Höhe angestiegen.

Ich habe die Neukäufe bereits in meiner neusten Depotgrafik eingearbeitet, wo du die genaue Zusammensetzung meines Depots siehst.

Lies auch: Mein Dividendendepot

Nachkäufe und Neukäufe

Leider habe ich im Februar zwei meiner Käufe vor den ersten starken Verwerfungen am Markt getätigt. Anfang Februar sind 14 Aurelius Aktien für 32,86 € in mein Depot gewandert. Bei dem Unternehmen bin ich bereits seit vielen Jahren Aktionär und mit dem Management sehr zufrieden. Besonders, dass das Management in einem sehr schwierigen Geschäft einen außerordentlichen Trackrekord abliefert, überzeugt mich hier. Hinzu kommt, dass seit 14 Tagen ein Aktienrückkaufprogramm läuft, wodurch ca. 4 % der ausstehenden Aktien eingezogen werden.

Mit dem zweiten Kauf habe ich mein Depot um das Luxussegment erweitert. Da LVMH bereits Anfang des Monats durch Ladenschließungen in China betroffen war, ergriff ich die Chance und kaufte eine erste Aktie für 392,50 € für meine Depotentwicklung. Hier werde ich in den nächsten Monaten weiter zukaufen.

Als letztes kaufte ich für je 15,70 € 25 Aktien von IVU Traffic Technologies. Die IVU entwickelt IT-Anwendungen zur Steuerung und Optimierung logistischer Prozesse. Ob es um die Mobilität von Personen oder den Transport von Gütern und Informationen geht – die Systemlösungen von IVU sind in der Lage, alle Informationsströme eines Unternehmens zu erfassen und in ein logistisches Gesamtkonzept zu integrieren. Auch hier werde ich in den nächsten Monaten zukaufen.

Unternehmensnachrichten für meine Depotentwicklung

Aufgrund der zahlreichen Ereignisse könnte ich alleine mit dieser Rubrik einen ganzen Beitrag verfassen. Daher werde ich diesen Teil diesmal in kurzen Stichpunkten verfassen.

  • Aurelius legte ein Aktienrückkaufprogramm über 30 Mio. € auf
  • Allianz legte ein Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Mrd. € auf und erhöht die Dividende um 60 Cent auf 9,60 €
  • BAE erhöhte die Dividende um 4,5 %
  • Lloyds Banking erhöhte die Dividende um 5 %
  • Tomra hat seinen Gewinn um 15 % und die Dividende um 10 % gesteigert
  • Corestate Capital hat seine Dividende um 10 Cent auf 2,60 € gesteigert
  • freenet hat die Erwartungen erfüllt
  • HeidelbergCement hat seinen Umsatz gesteigert und seine Schulden deutlich gesenkt
  • Starbucks schließt zahlreiche Filialen in China

Sicherlich könnte man diese Liste noch sehr viel weiter ausdehnen. Viele der Unternehmensnachrichten habe ich bereits in einem extra Beitrag behandelt.

Lies auch: BAE, Lloyds und Tomra – Drei Dividendenerhöhungen an einem Tag

Auch wenn sich die Weltkonjunktur aktuell etwas eintrübt, wird dies bei weitem nicht alle Wirtschaftssegmente betreffen und es wird auch weiterhin genug Chancen geben.

Dividendeneinnahmen

In der Vergangenheit war der Februar immer ein sehr trauriger Dividendenmonat für mich. Dies daran, dass es der einzige Monat war, in dem keines meiner Unternehmen ausschüttet. Ich wollte allerdings auch nicht blind Unternehmen kaufen die dies tuen, sondern die Unternehmen sollen auch von der Qualität zu mir passen. Daher habe ich letztes Jahr AbbVie und Starbucks gekauft. Folgende Zahlungen erhielt ich von den Unternehmen:

  • AbbVie 13,72 €
  • Starbucks 4,17 €
Jahresübersicht Dividendeneinnahmen 2018 - 2020
Jahresübersicht Dividendeneinnahmen 2018 – 2020

Bis jetzt konnte ich jeden Monat meine Dividenden steigern und ich bin auch weiter für das Jahr optimistisch, dass keines meiner Unternehmen die Dividende kürzen wird.

Dieser Beitrag dient lediglich der Information und stellt die Gedanken des Autors dar. Deshalb handelt es sich hierbei um keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung. Jeder Anleger ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

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4 Gedanken zu „Depotentwicklung bis zum 01.03.2020“

    1. Moin Willi,

      Gegeben würde ich nicht sagen sondern gibt. Keiner kann zur Zeit sagen, welche Industrien noch alles betroffen werden oder wie groß der Schaden bereits ist.

      Persönlich ist mein Depot heute 18% im Minus. Persönlich sehe ich aktuell sehr viele gute Schnäppchen und ich werde mit bedacht und Limitordern weitere Käufe tätigen.

  1. Hallo zusammen,

    ich möchte die Sichtweise ergänzen. Value-Investor werde ich auch demnächst sein, diese Website ist mir eine Hilfe. Ich habe schon ein paar Crashs miterlebt, bin auch schon älter. Dotcom-Blase 2001 (Tief erst 2003) habe ich das Abwärtspotential unterschätzt, dabei viel (vorher gewonnenes und noch mehr) Geld verloren, weil ich “Schnäppchen” gekauft habe, die dann nochmal 70% runter sind. Finanzcrash 2007 (Tief erst 2009) habe ich das Abwärtspotential überschätzt, bisschen was verloren, Aufschwung danach weitgehend verpasst, eben wegen der Überschätzung. Eins ist mir aber hängengeblieben. Es geht immer monatelang oder jahrelang noch tiefer runter, in voller Breite des Marktes. Meine Aurelius-Position habe ich 2018 bei 45 gekauft, bei 29 in 2020 verkauft, nach dem Ontake-Angriff, es war für mich ein fallendes Messer. Dann sind sie runter auf 11.
    In den Foren und dem “Börsengeschwätz” im Fernsehen läuft es auch immer gleich ab. Nach dem ersten großen Down sagen alle jetzt ist es billig, was für Chancen zuzukaufen. Das geht noch eine Weile. Wenn dann aber in den Foren geschwiegen wird (aus Scham?) und sich im Fernsehen die komplette Hoffnungslosigkeit breit macht mit gegenseitiger Überbietung der Tiefstprognosen (Dax fällt bis 3500 Punkte, usw.), nach dem Motto die Welt geht unter, wenn die ganze Stimmung so depressiv ist, dann ist der Boden gefunden. Es schmerzt jeden, wenn er 25%, 30%, 40%, später vielleicht 50% oder 60% im Buchwert verloren hat. Der Schmerz kommt und er wächst. Da sind wir noch lange nicht, in Einzelwerten vielleicht schon unten, in der Marktbreite sicher nicht. Deshalb ist es vielleicht kein Ausdruck von Panik, sondern Entscheidungsfreude, wenn man sein gesamtes Depot in der ersten Bärenmarktrally glattstellt und das Pulver trocken hält. Denn es kommt die nächste Verkaufskaskade, die menschliche Psyche und damit die Massenpsychologie hat sich nicht geändert. Dauerpanik geht nicht (Gehirnchemie), zwischendrin ist immer Erleichterung, bishin zur Euphorie (Bazooka, Dow 10% hoch an einem Tag). Schnäppchenjagd Angst was zu verpassen, Kaufpanik sozusagen. Dann kommt die (Verlust-)Angst wieder und auch die Panik. So geht das ein paarmal sehr runter und hoch. Auch ich werde wieder kaufen, aber frühestens in 6 Wochen, eher in 3 Monaten, vielleicht auch erst in 2 Jahren, vielleicht verpasse ich wieder den Einstieg. Nur meine Meinung, jeder handelt für sich selbst.
    Grüße Alpenblume

    1. Hi Alpenblume,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und es freut mich, dass meine Seite für dich eine Hilfe ist. 🙂

      Value-Investor sein ist eine gute Entscheidung und wenn du bereits einige Crashs mitgemacht hast wird die Umsetzung für dich leichter sein, als für viele Anfänger. In meinem Vorletzten Blogbeitrag schreibe ich darüber wie man in meinem Crash sein Geld investieren sollte. Vielleicht hilft dir dieser beim Gestalten deines Depots. Ich für meinen Teil habe aktuell ca. 25 % meiner Kapitalrücklage in unterschiedliche Titel investiert.

      In meinem nächsten Depotupdate gehe ich genauer darauf ein, welche Titel ich warum ausgewählt habe.

      Ich wünsche dir ein sonniges Wochenende.

      Tim

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