Cash Secured Put – Meine Strategie in überhitzten Märkten

Bereits seit Monaten laufen unsere Indices von Rekord zu Rekord. Vielen Anlegern kommt dieser Bullen-Markt bereits unheimlich vor. Auch auf meiner Watchlist wird die Anzahl der Aktien, welche ich für fair bewertet halte, immer kleiner. Leider ist die Alternative, das Geld auf dem Tagesgeld- oder Depotverrechnungskonto liegen zu lassen, nicht wirklich lukrativ. Daher habe ich mich die letzten Monate intensiv damit beschäftigt, wie mein nicht genutztes Geld trotzdem für mich arbeiten kann. Dadurch bin ich auf den Cash Secured Put gestoßen. Einfach ausgedrückt ist dies eine Limitorder, welche dem Anleger beim Eingeben Geld bringt.

Im nachfolgenden Artikel werde ich Euch vorstellen, wie der Cash Secure Put funktioniert, wie ich ihn konservativ nutze und was Ihr nicht falsch machen dürft. Ebenfalls werde ich eine neue Beitragsreihe ankündigen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen.

Wie funktioniert ein Cash Secured Put und was sind seine Vorteile?

Jeder Anleger kennt sicher die Überlegung, dass man gern eine Aktie kaufen möchte, diese aber auf dem aktuellen Kursniveau zu teuer erscheint. In der Vergangenheit hatte ich nun zwei Möglichkeiten:

  1. Ich kaufe trotzdem und hoffe, dass das Unternehmen in die Bewertung hineinwächst
  2. Ich gebe eine Limitorder ein und hoffe darauf, dass der Kurs etwas zurückkommt und ich zum Zug komme, wenn die Rendite für mich passt

Durch den Cash Secured Put verkauft Ihr jemandem das Recht, dass er Euch an einem vorher bestimmten Tag Aktien verkaufen darf. Der Kurs zu dem Ihr kauft, wird von Anfang an festgelegt und auch die Prämie erhaltet Ihr sofort.

Beispiel eines Cash Secured Puts auf freenet

Angenommen Ihr möchtet 100 Aktien von freenet kaufen und wollt dafür maximal 17 € pro Aktie bezahlen. Die Aktie notiert aber bei 19 €. Ihr habt nun die Möglichkeit die Aktie trotzdem zu kaufen, eine Limitorder einzugeben oder eine Put-Option auf Freenet zu verkaufen.

Beim Verkauf der Put-Option mit einem Basispreis von 17 € und einer Laufzeit von 45 Tagen erhaltet Ihr sofort eine Prämie von ca. 20 €. Es gibt nun drei Szenarien, die eintreten können:

  1. Nach 45 Tagen steht der freenet Aktienkurs immer noch über 17 €. Die Option verfällt nun wertlos, aber Ihr könnt die Prämie behalten. Auf das hinterlegte Geld von 1.700 € habt Ihr eine Rendite von 1,17 % erhalten. In einem Jahr könnt Ihr dieses Szenario 8x durchführen, wodurch die Rendite auf 9,36 % steigen würde.
  2. Der Aktienkurs ist in den 45 Tagen leicht zurückgekommen und steht bei 16,90 €. Euch werden nun die 100 freenet Aktien eingebucht und auch die Prämie dürft Ihr behalten. Auch wenn die Aktien bei Euch im Depot 10 Cent im Minus stehen, habt ihr durch die Prämie immer noch ein Plus von 10 € und die Aktie zu Eurem Wunschpreis erhalten.
  3. Nach 45 Tagen steht der Aktienkurs bei 15 €. Euch werden wie im letzten Szenario die Aktien eingebucht, allerdings steht Ihr diesmal deutlich im Minus.

Warnung!

Aus meiner Sicht ist bei der Cash Secured Put Strategie das Mindset unglaublich wichtig. Ihr solltet Euch bei allen drei Szenarien freuen können. Bei Szenario 1 erhaltet Ihr die Prämie und behaltet die Liquidität auf dem Konto. Bei Szenario 2 und 3 gibt es aus meiner Sicht noch mehr Grund zur Freude. Denn immerhin habt Ihr nun die langersehnte Aktie zu Eurem Wunschpreis im Depot. Ihr solltet Euch nicht dazu verleiten lassen die Prämie als Einkommen zu sehen. Sonst kann es passieren, dass Ihr nur noch Prämien jagt und am Ende Werte im Depot habt, die Ihr gar nicht langfristig haben wollt.

Die zweite und noch viel wichtigere Warnung ist, dass die Strategie nicht umsonst Cash Secured heißt. Ihr solltet also immer genug Geld auf dem Depotkonto haben um auch die Aktien kaufen zu können. Hier kann die Versuchung besonders groß sein, weil viele Broker nur eine geringe Margin verlangen, wodurch es möglich ist mit 2.000 € Optionen im Wert von 10 bis 15.000 € zu verkaufen. Auch wenn Prämieneinnahmen unglaublich toll sind, lasst Euch nicht verleiten!

Cash Secured Put – Welche Optionen habe ich verkauft?

Cash Secured Put
Meine aktuell verkauften Optionen

Zukünftig werde ich die Optionseinnahmen in meinem monatlichen Einkommensberichten mit aufnehmen. Auch wenn ich den Verkauf von Optionen nicht als Einkommen sehe, bringt er ähnlich wie Dividenden ein nettes Nebeneinkommen. Des Weiteren werde ich zukünftig kurze Optionsberichte veröffentlichen. In diesen werde ich Euch kurz updaten, auf welche Aktien ich neu eine Option verkauft habe und wie meine Gedanken dazu sind. Nun aber zum Thema der Überschrift und hier die Liste, welche Optionen ich aktuell verkauft habe:

Wie Ihr seht, habe ich in der jüngeren Vergangenheit drei Optionsverkäufe getätigt und bis jetzt 41 € Prämie erhalten. Um den Wert der Prämien in ein gutes Verhältnis zu setzten, werde ich jede Position kurz beleuchten.

Bei freenet hat mich das Management mit seinem Einsatz bei der UPC-Übernahme durch Sunrise überzeugt und mein Vertrauen zurück gewonnen. Da die Gewinne und Marktanteile bei freenet allerdings kaum noch wachsen, will ich hier eine möglichst hohe Dividendenrendite für meinen Kauf. Deshalb habe ich eine Option für einen Kurs von 17,80 € mit einer Laufzeit bis zum 20. März verkauft. Dafür habe ich eine Prämie von 3 € erhalten. Natürlich ist die Prämie hier minimal, aber der Kurs müsste auch in kurzer Zeit stark fallen, damit mir die Aktien verkauft werden.

Die zweite verkaufte Option läuft auf Aurelius. Das Unternehmen ist zuletzt Opfer einer Sportattacke geworden und der Kurs weist dadurch eine hohe Volatilität auf. Grundsätzlich gilt: je höher die Volatilität einer Aktie ist, desto höher sind auch die Prämien. Für die nun länger laufende Option erhielt ich eine Prämie von 24 €. Allerdings müsste die Aktie bis zur Mitte des Jahres um ein weiteres Drittel fallen, damit sie mir verkauft wird.

Als drittes habe ich eine kurz laufende Option auf Lufthansa verkauft. Auch hier stieg die Volatilität durch den Corona-Virus und ich erhielt für 30 Tage 14 € als Prämie. Natürlich habe ich die Option nicht nur wegen der Prämie verkauft, sondern möchte auf lange Sicht eine europäische Airline im Depot haben.

Insgesamt habe ich damit aktuell Optionen im Wert von 5.080 € verkauft und 41 € an Prämien erhalten. Auf meinem Depotkonto liegt derzeit eine Cashreserve von knapp 8.000 €. Damit liegt meine Cash-Quote bei 23,5 %. Wichtig: diese 8.000 € sind nicht meine Notfallreserve und auch keine Rücklage für meine Immobilien, sondern ganz allein für die Aktienanlage eingeplant. Stand jetzt hat mir meine Cashreserve eine Rendite von 0,51 % gebracht. Ich werde die Rendite dabei immer auf die 8.000 € berechnen, weil dies das aktuell nicht angelegte Kapital ist.

Werde ich noch Aktien ohne Cash Secured Put kaufen?

Selbstverständlich werde ich dies monatlich tun, solange es noch lohnenswerte Investments gibt. Allerdings werde ich meine Cash-Quote weiter hochhalten und die Optionen immer mit ordentlichem Abstand zum aktuellen Kurs verkaufen, damit diese nur bei starken Verwerfungen bedient werden.

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Dieser Beitrag dient nur zur Information und stellt keine Beratung dar. Jeder Anleger ist für seine Handlungen selbst verantwortlich.

4 Gedanken zu „Cash Secured Put – Meine Strategie in überhitzten Märkten“

    1. Moin Andreas,

      ich nutze dafür Lynx. Die Oberfläche ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber bei zwei Euro pro Trade kann man darüber hinwegsehen.

      viele Grüße
      Tim

    1. Moin Martin,

      ich nutze dafür Lynx. Die Oberfläche ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber bei zwei Euro pro Trade kann man darüber hinwegsehen.

      viele Grüße
      Tim

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