Wacklige Börsen – Nur nicht hektisch werden!

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Durch Inflationsängste, Zinssorgen und dem Angriffskrieg Russlands ist es seit Jahresbeginn ziemlich unruhig an den Börsen geworden. In diesem Beitrag will ich deshalb nochmal auf verschiedene Teilaspekte einer soliden Geldanlage hinweisen. Das ständige Auffrischen sorgt aus meiner Sicht dafür, nicht in Hektik zu verfallen und vermeidet Fehler. Dabei gehe ich in diesen Beitrag auf die Punkte: Aktuelle Situation, Cash-Reserve, Watchlist und “Was mache ich?” ein.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

Zuerst möchte ich hier auf einen Artikel hinweisen, welchen ich am 18 März 2020 veröffentlicht habe. Rückblickend wissen wir nun, dass das durch Zufall wenige Tage vor dem Coronatief war. In dem Beitrag gehe ich darauf ein, bei wie viel Prozent Kursverlust im DAX oder MSCI ich wie viel meiner Cash-Reserve investiere. Das verhindert, dass man bei 5 % Kursrückgang All-In ist und sich selber handlungsunfähig macht.

Der Crash ist da! Bist du Gewinner, Verlierer oder Loser?

Der Beitrag ist vielleicht ein wenig provokant geschrieben, ich bin aber der Meinung, dass er dadurch besser im Gedächtnis bleibt.

Aktuelle Situation

Diesen Punkt führe ich mir regelmäßig vor Augen. Ich meine damit nicht die aktuellen Krisen, denn Krise ist leider immer. Sondern die reine Bewertung der Märkte (DAX, EuroStoxx und MSCI World). Dabei schaue ich mir für eine erste Einschätzung den Ein- und Drei-Jahreszeitraum an.

Aktienmärkte
Aktienmärkte ein Jahresrückblick

Tut man dies, so stellt man fest, dass wir auf Jahressicht noch komfortable 8,66 % im MSCI und 6,11 % im DAX vorne liegen. Historisch gesehen sind beide Werte ziemlich nah an ihrer Durchschnittsperformance. Warum sollte man also jetzt übermäßig viel Geld investieren? Persönlich fällt mir dafür kein Grund ein. Bisher sehe ich den Rückgang als Abbau einer Überbewertung und dass der Markt bekannte Probleme anders einpreist.

Trotzdem ist die aktuelle Situation nicht uninteressant. Da wir gerade auf der historischen Durchschnittsperformance liegen, bedeutet das, dass wir bald darunter fallen könnten und genau da werden die Märkte für mich interessant.

Ich möchte hier aber nochmal betonen, dass das der allgemeine Blick auf die Märkte ist. Bei Einzeltiteln gibt es deutlich öfter interessante Chancen, welche aber natürlich ein größeres Risiko mit sich bringen als der breite Markt.

Die Cash-Reserve

Eine Cash-Reserve sollte für mich immer in zwei Teile eingeteilt werden. Teil 1 brauche ich zum Leben und wird niemals investiert. Hierfür habe ich ca. drei Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto. Teil 2 kann für alles eingesetzt werden. Dies sollte aber nach festen Regeln passieren. (Findet Ihr im oben verlinkten Blogbeitrag!)

Ebenfalls halte ich nichts davon, eine Cash-Reserve in Prozent zu definieren. Dies würde voraussetzen, dass alle Menschen die gleiche Situation hätten. Beispielsweise habe ich aktuell eine Cash-Reserve von 25 %. Während ein guter Bekannter “lediglich” eine Cash-Reserve von 5 % hat. Wer von uns ist nun im Fall einer Krise flexibler?

Dies könnt Ihr von den Prozentwerten nicht ableiten!

Aber bei meinem Bekannten machen die 5 % ca. 500.000 € aus. Nun ändert sich schlagartig der Blick und man fragt, wieso hat dieser Mann so viel Geld auf dem Tagesgeld? Der muss doch was investieren! Wer Prozentrechnung kann, hat aber schon herausgefunden, wie hoch das investierte Vermögen des Mannes ist. 100.000 € mehr oder weniger Investment machen hier wenig Unterschied.

Die Watchlist

Die Watchlist ist für mich ein essentiell wichtiges Werkzeug. Meine persönliche Watchlist ist in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Turnaround
  • Energy & Rohstoffe
  • Microcaps
  • Monopole
  • Value, aber aktuell zu teuer

Die Watchlist zu pflegen, ist für mich eine deutlich größere Arbeit als mein Depot zu überwachen. Auf meiner Watchlist befinden sich fast 150 Titel. Es werden in regelmäßigen Abständen Unternehmen gestrichen und neue kommen hinzu. Diese Arbeit macht es mir aber in vielen Situationen leichter. Im Crash schaue ich mir z.B. die Microcaps und die Value Titel an, die mir bislang zu teuer waren. Microcaps sind meistens wenig liquide und man kann schöne Abstauber über Limitorders landen. In meinem Depot landete dadurch zuletzt eine weitere Portion Piraeus Port.

Bei der Kategorie “Value, aber zu teuer” sind im Coronacrash unter anderem Union Pacific (Ek 110 €) und LVMH (EK 353 €) in mein Depot gewandert. Wenn man im Vorfeld seine Analyse gut durchgeführt hat, braucht man an den hektischen Tagen mit starken Kursverlusten nicht groß überlegen. Man kann das kaufen, was man in ruhigen Zeiten als kaufenswert herausgearbeitet hat.

Was mache ich?

Zuerst habe ich mich diese Woche in die Situation versetzt, noch handlungsfähiger zu sein. Das bedeutet in meinem Fall, dass ich weitere 5.000 € zu meinem Broker überwiesen habe. Dadurch möchte ich gerüstet sein, falls es wirklich mehrere Tage in Folge zu Panik an den Börsen kommt. Es bringt nichts, wenn dann erst das Geld überwiesen wird und man im schlimmsten Fall zwei Tage darauf warten muss.

Als nächstes habe ich bei mehreren wenig liquiden Titeln Limitorders erfasst. Diese liegen fast alle 15 % und mehr unter dem aktuellen Kurs. Ich bin hier nicht traurig, wenn es nicht ausgeführt wird. Denn dies bedeutet, dass die Börsen konstant geblieben sind.

Ich investiere lediglich meine Sparrate und nichts von meiner Cash-Reserve. Hinzu kommen Dividenden, die ich erhalte. Dadurch stehen mir im Monat 1.000 € bis 1.500 € für Käufe zur Verfügung, ohne, dass meine Reserve kleiner wird.

Zuletzt mache ich das langweiligste und dadurch schwierigste, was es an der Börse gibt. Einfach mal abwarten. Die Februartage werden langsam wieder schöner und sonniger. Geht raus, macht was mit Freunden oder lest ein gutes Buch. Ich werde mich nun dem Garten widmen und mit der Planung für unsere Terrasse beginnen.

Wie immer handelt es sich hierbei um keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Alle Inhalte des Beitrags wurden nach bestem Gewissen recherchiert. Trotzdem kann keine Gewährleistung auf Vollständigkeit gegeben werden.

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