Dividendendepot – Diese Werte habe ich verkauft

Auch wenn ich grundsätzlich alle Aktien mit dem Willen kaufe sie für die Ewigkeit zu halten, darf dies nicht im blinden Aktionismus enden. Das bedeutet, dass man in regelmäßigen Abständen seine Positionen überprüfen muss. Wenn ich dabei feststelle, dass eine Aktie nicht mehr in mein Dividendendepot passt, verkaufe ich diese. Auch wenn seit Anfang des Jahres freenet ein Wackelkandidat war, hat es zwei andere Unternehmen getroffen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen des Beitrags.

Am 14.11.2019 habe ich nach langem Überlegen sowohl die Deutsche Telekom, als auch HSBC aus meinem Depot verkauft. Damit ich meine Aktien nicht blind halte habe ich feste Regeln definiert. Wenn ein Unternehmen diese Regeln bricht, werden die Aktien verkauft und die Position glatt gestellt. Dadurch habe ich bei der Deutschen Telekom einen kleinen Gewinn realisiert und bei HSBC einen leichten Verlust.

Warum habe ich Deutsche Telekom verkauft?

Als ich die Aktien der Deutschen Telekom gekauft habe, sprachen mehrere Dinge dafür. Die Dividende der Deutschen Telekom ist steuerfrei, wodurch ich mehr Dividende für die Wiederanlage erhalte. Des Weiteren hatte das Unternehmen die Dividende frisch gesteigert und angekündigt, diese für die nächsten Jahre im Schnitt um 10 % zu steigern.

Seit mehreren Monaten sind nun aber schon unterschiedliche Ankündigungen des Managements im Umlauf, dass man die Dividende kürzen wird. Auslöser dafür ist die anstehende Fusion der US-Tochter mit Sprint. Da auf diese Fusion schon seit Jahren hingearbeitet wird ist für mich unverständlich, warum man erst ankündigt die Dividende jährlich zu steigern und dann so stark zurückrudern muss. Nun kam diesen Monat die finale Aussage des Managements, dass man die Dividende auf 60 Cent senken wird. Dadurch ist für mich das Vertrauen in die langfristige Unternehmensplanung erloschen und ich habe das Unternehmen verkauft.

Verkauf Deutsche Telekom
Verkauf Deutsche Telekom

Immerhin blieb ein kleiner Gewinn plus die Dividende, welche das Kapitel Deutsche Telekom positiv abschließt. Auch zukünftig werde ich jedes Unternehmen verkaufen, welches die Dividende kürzt.

Warum habe ich HSBC verkauft?

HSBC ist eine der Aktien, welche ich am längsten halte. Im Jahr 2015 habe ich die Aktien direkt nach dem Ende meiner Ausbildung gekauft. Leider bin ich damals nur nach einer hohen Dividendenrendite und mehreren Ausschüttungen pro Jahr gegangen. Obwohl ich schon lange treuer Aktionär des Unternehmens bin, habe ich mich nun für den Verkauf entschieden. Nach über 4 Jahren habe ich dem Unternehmen einen Check unterzogen und nachdem nun auch die Prognose für 2020 eingestampft wurde, habe ich beschlossen zu verkaufen. Die britische Großbank konnte leider nicht mit den Erfolgen der amerikanischen Banken mithalten.

Verkauf HSBC
Verkauf HSBC

Bei HSBC muss ich leider einen Verlust von 221 € hinnehmen. Wenn man sich nun die Mühe macht und alle Dividenden der letzten vier Jahre aufrechnet kommt man auf ca. 455 €. Dadurch hat mir mein Investment unterm Strich 234 € eingebracht. Allerdings entspricht das nur einer Rendite von 2,86 % und bestätigt damit für mich nur die Verkaufsentscheidung.

Warum ist freenet im Dividendendepot geblieben?

Nach dem Unternehmensbeteiligungskauf von Ceconomy ist die Aktie aus meiner Sicht völlig zurecht abgestraft worden. Ceconomy erlebte einen Horrorabsturz, welcher von schlechten Unternehmenszahlen begleitet wurde. In Folge dieser Unternehmenszahlen wurde auch die Dividende gestrichen, welche eigentlich das Darlehen für die Beteiligung finanzieren sollte. Deshalb musste man sich schon fragen, ob dem Management für die Weiterentwicklung des Geschäfts nichts anderes mehr einfällt als Zukäufe.

Zuletzt bewies die Unternehmensleitung aber wieder Stärke. Die letzten Unternehmenszahlen trafen ziemlich genau die Erwartungen. Viel wichtiger war aber dass Freenet als Ankeraktionär verhindert hat, dass Sunrise UPC übernimmt. Dadurch dass freenet diese Übernahme verhindert hat, wurde auch eine für die Aktionäre sehr schädliche Kapitalerhöhung verhindert. Des Weiteren erholte sich der Sunrise Aktienkurs ordentlich und das Unternehmen hat angekündigt seine Dividende künftig weiter zu steigern. Dadurch steigt der Kapitalfluss, den Sunrise in die Kasse von freenet spült.

Freenet bleibt aber weiterhin ein Wackelkandidat in meinem Dividendendepot. Wenn das Management weiterhin zweifelhafte Unternehmensbeteiligungen kauft oder die Dividende gekürzt wird, wird auch freenet mein Depot verlassen müssen.

Was passiert mit dem freien Kapital?

Durch die beiden Verkäufe sind nun 3.000 € mehr als geplant auf meinem Depotkonto. Allerdings wird dieses Kapital nicht lange auf dem Konto verbleiben. Ich habe bereits drei neue Titel für mein Dividendendepot ausgewählt. Alle Werte punkten mit Ertragsstärke, Dividendenwachstum und Gewinnwachstum. Vorstellen werde ich diese in einem eigenen Beitrag, sobald ich die Käufe getätigt habe.

Ziel ist es, dass mein Dividendendepot zukünftig ein jährliches Dividendenwachstum von 7-10 % erreicht.

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