Gefährdet Corona mein Dividendenziel?

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Am Anfang des Jahres habe ich mir für die unterschiedlichsten Bereiche Ziele für das Jahr 2020 gesetzt. Beim Thema Dividende habe ich sowohl ein kurzfristiges Dividendenziel als auch ein langfristiges. Nun ist es sicherlich kein Geheimnis, dass die aktuelle Wirtschaftskrise weltweit bei vielen Unternehmen für starke Dividendenkürzungen gesorgt hat. Ebenfalls hat die aktuelle Wirtschaftskrise für ein Umdenken in einigen Punkten bei mir gesorgt.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

JahreDividendeneinnahmen SollDividendeneinnahmen IstAbweichung
1 / 20181.000,00 €1.021,65 €+ 2,17 %
2 / 20191.300,00 €1.366,68 €+ 5,13 %
3 / 20201.690,00 €807,89 € Stand 01.08.2020- 52,20 %
4 / 20212.197,00 €
5 / 20222.856,19 €
6 / 20233.712,93 €
7 / 20244.826,81 €
8 / 20256.274,85 €
9 / 20268.157,31 €
10 / 202710.604,50 €

Wie Ihr sehen könnt, habe ich Stand 01.08.2020 erst 48 % von meinem Dividendenziel erreicht. Andersherum bedeutet das, dass mir noch 52 % fehlen. Selbstverständlich ist dies ärgerlich, aber wie ich bereits in einigen Monatsupdates erwähnt habe, habe ich das schon länger abgeschrieben. Der Grund dafür ist, dass auch mein Depot von zahlreichen Dividendenkürzungen und Streichungen getroffen wurde.

Meine Dividendenkürzungen

Über die Überschrift kann man sich sicherlich wundern. Da mir Transparenz wichtig ist, folgt eine Liste der Unternehmen, welche die Dividende in meinem Depot gekürzt haben.

  • Aurelius – Dividende gestrichen
  • Anheuser Bush – Dividende gekürzt
  • BP – Dividende gekürzt
  • Corestate – Dividende gestrichen
  • Freenet – Dividende gestrichen
  • HeidelbergCement – Dividende gekürzt
  • Imperial Brands – Dividende gekürzt
  • Lloyds Bank – Dividende gestrichen
  • LVMH – Dividende gekürzt
  • Royal Dutch Shell – Dividende gekürzt
  • Tomra – Dividende gestrichen
  • Walt Disney – Dividende gestrichen
  • Wells Fargo – Dividende gekürzt

Damit haben 13 Unternehmen aus meinem Depot die Dividende gekürzt oder gestrichen. Allerdings habe sowohl Wells Fargo, als auch LVMH erst gekauft, nachdem diese Nachricht bereits bekannt war. Das wichtigste ist aber, dass aktuell kein Unternehmen in meinem Depot Existenzschwierigkeiten hat. Auch kann ich es voll verstehen, dass man die Liquidität im Unternehmen hält, wenn der Ausblick nicht möglich ist.

Was erwarte ich vom aktuellen Jahr noch?

Persönlich würde ich mich freuen, wenn ich mein Dividendenziel von 2019 erreiche oder zumindest übertreffe. Dadurch könnte ich zumindest eine leichte Steigerung verzeichnen. Letztes Jahr habe ich insgesamt 1.366,68 € an Dividenden erhalten. Dafür müsste ich noch 558,79 € in den nächsten Monaten an Dividende vereinnahmen.

Hindernisse auf dem Weg dorthin sind weitere Dividendenkürzungen oder ein sich weiter zum Nachteil entwickelnder Wechselkurs. Alleine in den letzten zwei Monaten ist der Euro/US-Dollar Wechselkurs um 10 % gestiegen, wodurch in US-Dollar gezahlte Dividenden weniger einbringen.

Erreicht mein Depot zukünftig wieder mein Dividendenziel?

Sicher kann dies aus meiner Sicht kein Investor für sein Depot sagen, allerdings gibt es viele Punkte die mich positiv stimmen. Zum einen haben die Quartalszahlen gezeigt, dass viele Unternehmen aus meinem Depot besser durch die Krise gekommen sind als erwartet. BAE hat zuletzt angekündigt, dass man die einbehaltene Dividende im September nachholen wird. Für meine amerikanischen Dividendenaristokraten sind Dividendenerhöhungen schon fast heilig, weshalb ich hier auch von weiteren Dividendenerhöhungen ausgehe. Den Anfang hat Altria mit 2,4 % gemacht. Auch gehe ich davon aus, dass viele, die dieses Jahr gekürzt haben, die Dividende nächstes Jahr stark erhöhen dürften. Hier erwarte ich zum Beispiel sehr viel von HeidelbergCement, welche schon nach den letzten Zahlen einen Sprung nach oben gemacht haben.

Zuletzt habe ich die Coronakrise genutzt um ordentlich Kapital zu investieren. Die von mir erworbenen Unternehmen hatten aber teilweise schon einige ihrer Dividenden ausgezahlt, wodurch sie mir nicht mehr bei einem Dividendenziel für 2020 helfen. 2021 werden sich diese Unternehmen immer noch in meinem Depot befinden und meine Einnahmen ordentlich steigern.

Man kann sich dem Thema auch rechnerisch nähern. In meinem Depot sind aktuell 51.800 € investiert. In der Vergangenheit lag meine Nettodividendenrendite immer bei über 4 %. Sollte ich diesen Wert in der Zukunft wieder erreichen ergibt dies eine Dividendenrendite von 2.072 €. Natürlich vorausgesetzt, dass ich diese Rendite wieder erreiche. Hinzukommen die Käufe, welche ich in den nächsten Monaten tätigen werde.

Mein Sinneswandel durch die Coronakrise

In der Vergangenheit wäre es für mich nicht in Frage gekommen ein Unternehmen zu erwerben, welches keine Dividende zahlt. Die einzige Ausnahme habe ich bei meinem Sparplan auf Berkshire Hathaway gemacht.

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Allerdings hat Corona viele Unternehmen, welche früher ein stabiles Geschäftsmodell hatten, in eine Ausnahmesituation getrieben. Dies führte dazu, dass diese Unternehmen ihre Dividendenzahlungen komplett einstellen mussten.

Dividendendepot
Mein Dividendendepot

Einer meiner größten Neukäufe war die Fraport AG, welche unter anderem den Frankfurter Flughafen betreibt. Im Coronahoch brachen dort die Passagierzahlen um 98 % ein. Im August lag die Passagierzahl nur noch 77 % unter dem Vorjahr. Glaubt man den Prognosen des Unternehmens, dann erreicht das Reiseaufkommen zwischen 2023 und 2024 wieder ein neues Hoch. Allerdings wird Fraport keinen Reiserekord brauchen um wieder eine Dividende zahlen zu können. Zum einen brauchen die größten Aktionäre (Lufthansa und der Staat) von Fraport dringend Geld, zum anderen hat Fraport vor Corona niemals die Dividende gekürzt. Für mich hat man bei Fraport die Chance, sich eine hohe Einstandsdividende zu sichern.

Einen weiteren besonderen Kauf habe ich in der Coronakrise bei Lloyds Banking gemacht. Das Unternehmen wanderte vor einigen Jahren in mein Depot, da ich meinen Dividendenanteil, der in Pfund gezahlt wird, erhöhen wollte. Des Weiteren ist Lloyds Banking der größte Hypothekenfinanzierer in Großbritannien. Gerade in Europa sind Banken aktuell stark von Corona betroffen und müssen hohe Rückstellungen bilden. Lloyds Banking war vor Corona gerade bei den Punkten “Digitalisierung” und “Kosten sparen” auf einem sehr guten Weg. Ich denke daher, dass das Unternehmen schnell wieder in den profitablen Bereich kommt.

Bitte beachtet, dass es bei den hier aufgeführten Wertpapieren um keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung handelt, sondern lediglich um Titel, die mein eigenes Depot ergänzen. Jeder Anleger ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

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