Depotentwicklung bis zum 01.09.2020

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Im letzten Monat sind gerade meine Standardbeiträge zur “Depotentwicklung” und “Entwicklung meines passiven Einkommens” sehr spät erschienen. Dies lag vor allem am hohen beruflichen Aufwand und ich gelobe für die folgenden Monate Besserung. Im August 2020 dominierte die Hoffnung auf eine schnellere Zulassung eines Medikaments gegen Corona die Börse. Diese stieg im selben Zug um fast 4 %. Besonders zyklische Aktien und die Tourismusbranche konnte davon profitieren. Persönlich habe ich den August genutzt um einen verspäteten Frühjahrsputz durchzuführen. Dadurch sind zwei Aktien aus meinem Depot geflogen und zwei neue haben diese ersetzt.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

DAX-Entwicklung bis zum 01.09.2020
DAX-Entwicklung bis zum 01.09.2020. Quelle:Finanzen.net

Leider konnte unser DAX die 13.000 Punktemarke nicht halten und rutscht am letzten Handelstag des Augusts wieder darunter. Trotzdem reicht es für ein Plus von 3,9 %. Das wichtigste Ereignis im August war für mich die Notenbanksitzung der FED. Erstmals seit langer Zeit wurde das Inflationsziel geändert und man akzeptiert nun auch eine Inflation bis zu 5%. Übersetzt heißt das nichts anderes: es wird akzeptiert, dass Gehälter und Sparbucheinlagen jedes Jahr um bis zu 5 % an Kaufkraft verlieren. Ein weiteres Zeichen für mich, warum jeder Mensch eine gute Aktienquote oder Immobilie haben sollte.

Meine Depotentwicklung

Depotentwicklung
Meine Depotentwicklung bis zum 01.09.2020

Durch die sehr hohe Fluktuation im August wäre die Berechnung meiner Depotentwicklung für den August umständlicher als sonst. Allerdings sind mir als langfristiger Anleger die kurzfristigen Schwankungen relativ egal, weshalb ich meine Performanceberechnungen wie immer durchgeführt habe. Letzten Monat stand mein Depot noch mit 10,57 % oder 5.473,67 € im Minus.

Lies auch: Depotentwicklung bis zum 07.08.2020

Der starke August verhalf auch meinem Depot zu einer Aufwärtsbewegung und das Minus verkleinerte sich daher um 1.680,73 €. Das entspricht einem Plus von 3,28 %. Damit bleibt mein Depot um 0,62 % hinter dem DAX zurück.

Depotentwicklung
Wertentwicklung bis zum 01.09.2020

Durch die Umstrukturierung im Depot ist auch die aktuell investierte Summe gesunken. Dadurch, dass aber der Wert gestiegen ist und ich zusätzlich noch Dividenden erhalten habe, überschreitet bald die graue Linie meine blaue. Ab diesem Zeitpunkt steht das Depot mit erhaltenen Dividenden im Plus. Falls auch der September ein ordentlicher Börsenmonat wird, könnte dieses Zwischenziel schon erreicht werden.

Nachkäufe, Neukäufe und Verkäufe

Anlässlich des Frühjahrsputzes habe ich die sonst übliche Überschrift “Nachkäufe und Neukäufe” etwas erweitert. Selbstverständlich bleibt mein Ansatz weiterhin Buy and Hold, aber auch zu dieser Anlagestrategie gehört ein regelmäßiges Überprüfen, ob die Depotposition noch zu den Erwartungen passen.

Den August habe ich zu erst mit einem Nachkauf begonnen. Ich habe beim Rüstungskonzern BAE nach langer Zeit einen Nachkauf getätigt. Insgesamt sind 87 neue Aktien in mein Depot geflossen. Überzeugt haben mich hier die wirklich guten Quartalszahlen und der solide Ausblick. Auch die Anfang des Jahres einbehaltene Schlussdividende soll nun noch nachgezahlt werden.

Bevor ich zu meinen Ver- und Neukäufen komme, weise ich an dieser Stelle gerne noch einmal auf meinen Newsletter hin. Dort habe ich meine Transaktionen wesentlich früher vorgestellt und auch meine Beweggründe wesentlich genauer aufbereitet. Spam wirst Du dort nicht erhalten!

Meine Verkäufe

Als erstes habe ich diesen Monat meine gesamte Freenet-Position verkauft. Nachdem Freenet sich erfolgreich von ihrer Sunrise-Beteiligung trennen konnte, stieg die Aktie ordentlich an. Allerdings fehlen mir bei diesem Wert die weiteren Wachstumsideen um hier weiter investiert zu bleiben. Unterstrichen wird dies dadurch, dass Freenet 100 Mio. € für Aktienrückkäufe ausgeben will, anstatt das frische Geld in Wachstumsfelder zu investieren.

Als zweites verkaufte ich Corestate. Für mein Depot war diese Aktie unüblich kurz in meinem Bestand. Dies lag daran, dass ich Corestate zum spekulativen Teil meines Depots zähle. Durch die Coronakrise sehe ich nun Möglichkeiten, wo mein spekulatives Kapital besser aufgehoben ist.

Meine Käufe

Als erstes erwarb ich für knapp 900 € Coty-Aktien. Der Konzern gehört mit zu den weltweit führenden Parfum- und Beautyherstellern der Welt. Bekannte Marken aus dem Sortiment sind Calvin Klein, Boss oder Gucci. Zuletzt beteiligte man sich auch an den Beautymarken der Kardashians.

Das alles mag nach einem sehr einfachen Geschäft klingen, allerdings befindet sich Coty seit Jahren in der Krise. Die Marken gelten als “angestaubt” und man hat es versäumt in Asien und online eine vernünftige Präsenz aufzubauen. Rückläufige Margen und Gewinne waren das Ergebnis. Dazu kam Corona. Einen Großteil des Gewinns macht Coty an Flughäfen. Zumindest diese Einnahmequelle brach kurzfristig ganz weg. Ebenfalls ist der Konzern aktuell ohne festen CEO.

Daher hier eine klare Warnung von mir. Coty ist kein einfacher Selbstläufer, aber ich vertraue in die Markenstärke und investiere daher etwas Risikokapital.

Mein zweiter Kauf ist da deutlich defensiver, sofern man sich mit dem Gedanken anfreunden kann, direkt in ein asiatisches Unternehmen zu investieren. 

Es handelt sich um Ping An. Der Name dürfte den meisten nichts sagen, obwohl es handelt sich hierbei um einen der größten Versicherer Asiens. Persönlich liebe ich das Versicherungsgeschäft und die Planbarkeit der Cashflows, die diese mit sich bringen. Gerade im asiatischen Raum erreichen immer mehr Menschen die Mittelschicht. Dadurch steigt meistens auch der Lebensstandard und die Menschen besitzen mehr Dinge, die versichert werden wollen.

Unternehmensnachrichten für meine Depotentwicklung

Die größte Überraschung lieferte diesen Monat Aurelius. Die Halbjahreserwartungen wurden deutlich übertroffen. Dadurch legte Aurelius in diesem Monat um über 30 % zu.

Spannend bleibt es bei Walt Disney. Der Medienkonzern hat angekündigt die Neuverfilmung von Mulan nicht ins Kino zu bringen, sondern kostenpflichtig auf Disney+ anzubieten. Es bleibt daher sehr spannend, wie sich diese exklusiven Inhalte auf die neuen Abonnenten auswirken und ob man hier einen nennenswerten Umsatz erzielt.

Auch die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen nahmen im August wieder ordentlich zu. Hier bleibt es spannend, wie sich die neuen Reisewarnungen auf das zukünftige Reiseverhalten auswirken wird.

Zuletzt erreicht mein Depot eine weitere Dividendenkürzung. Auch der britische Ölproduzent BP muss nun durch den stark gefallenen Ölpreis seine Dividende um 50 % kürzen.

Dividendeneinnahmen

Nachdem ich im August 2019 nur 6,47 € an Dividenden erhalten hatte, konnte ich im August 2020 endlich wieder einen Vorjahresmonat übertreffen.

  • Starbucks 3,78 €
  • Abbvie 12,76 €
  • Main Street Capital 6,66 €
Dividenden Jahresübersicht
Jahresübersicht: Dividendenentwicklung 2018 – 2020

Zusammen brachten die Zahlungen 23,20 €. Ich bin sehr gespannt, ob ich auch im September wieder so hohe Eingänge wie in den Vorjahren verbuchen kann.

Dieser Beitrag dient lediglich der Information und stellt die Gedanken des Autors dar. Deshalb handelt es sich hierbei um keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung. Jeder Anleger ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

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4 Gedanken zu „Depotentwicklung bis zum 01.09.2020“

  1. Hallo Tim,

    ich lese jeden Monat mit Freude die Berichte vieler Finanzblogger – so auch Deinen.

    Corestate haben wir (leider) auch im Depot und sogar noch kurz vor der HV aufgestockt.
    Mit der Streichung der Dividende ging auch der Kurs in den Keller.

    Wir tun uns echt schwer einen Verlust von rund 900 Euro zu realisieren.
    Das entspräche einem großen Anteil unserer diesjährigen Dividendeneinnahmen.
    Andererseits tut es weh, das Kapital gebunden zu sehen, in dem Wissen, dass es an anderer Stelle für uns Erträge erwirtschaften könnte. (Die aber lange nicht den Verlust kompensieren könnten.)

    Insofern ist die Abwägung zwischen Ausstieg und Aussitzen schwer rational zu treffen und daher meine Gratulation zu Deiner Entscheidung.

    In dem Zusammenhang ist mir noch an Deiner Dividendenverteilung aufgefallen, dass Du offenbar relativ abhängig von Jahreszahlern bist. (Ich schließe das zumindest aus den Spitzen im April, Mai, Juni).
    Das ist für uns ein wesentlicher Grund bevorzugt in den USA zu investieren.
    Im Falle der Streichung der Dividende eines Jahreszahlers sitzt man problemlos zwei Jahre und mehr ohne Cashflow rum. Das Risiko möchten wir möglichst minimieren. Netter Nebeneffekt ist, dass man die Einnahmen über’s Jahr etwas harmonischer verteilen kann.

    Wie sehen Deine Überlegungen dazu aus? Ist das ein Thema für Dich? Oder ist Dir das egal?

    Viele Grüße und weiterhin gute Geschäfte
    der Kassenwart

    1. Hi Kassenwart,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, ich versuche mal alle Fragen zu beantworten.

      Warum ich bei Corestate verkauft habe ich ja schon teilweise im Blogbeitrag veröffentlicht. Ich finde auch, dass egal wie hoch der Verlust ist man sich immer zum Verkauf durchringen können sollte. Wenn man dies nicht tut ist das nur eine Schutzhaltung. Nachdem Motto ich habe erst verkauft, wenn ich realisiere. Ich drücke Euch die Daumen, dass Corestate eure Verluste wieder aufholt und auch in den Folgejahren wieder eine Dividende zahlt.

      Es stimmt, dass einige Jahreszahler in meinem Depot haben die zu einer Ausschüttungsspitz in manchen Monaten führen, dazu kommt noch dass ein Großteil meiner US Werte im März, Juni, September und Dezember ausschütten. Dadurch sehen die Monate dazwischen etwas trist aus. Persönlich stört mich das wenig, zum einen machen Dividenden nur einen relativ kleinen Anteil an meinen passivem Einkommen aus, zum andere ist die Qualität des Unternehmens wichtiger, als der Ausschüttungsmonat.

      Viele Grüße
      Tim

  2. Du schreibst (bei Onvista) zu deinem Shell-Engagement: “Ich hab in den letzten 5 Jahren fast 50 % meines Einsatzes zurückerhalten wenn man diese Zeit mitbringt wird man auch relativ entspannt an der Börse.”
    Also ich weiß nicht, so viel Zeit habe ich auch, aber die Shell-Aktie hat über 47% verloren in den 5 Jahren, du kommst also insgesamt auf null. Finde ich persönlich nicht so entspannend.

    Gruß Mahnuel

    1. Hi Mahnuel,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Mich machen vor allem drei Dinge so entspannt.
      1. Ich benötige das angelegt Geld die nächsten 10 Jahre + x nicht. Weshalb mein gesamtes Kapital nur durch die Dividenden zurückerhalte.
      2. Der maximale Kursverlust in dieser Zeitspanne lag bei den meisten Aktien deutlich höher
      3. Zieht man die erhalten Dividenden von meinem Einstandkurs ab liegt dieser bei ca. 8,90 €. Heute steht die Shell Aktie bei 11,20 €. Damit hat mir die Anlage in den letzten 5 Jahren 25 % eingebracht. Damit schneidet die Anlage nur unwesentlich schlechter ab als der DAX.

      Abschließend bin ich noch der Meinung, dass sobald sich der Ölpreis wieder der 55 $ Marke nähert, Shell mit eingerechneten Dividenden den DAX (wo die Dividenden automatisch eingerechnet werden) wieder schlagen wird.

      Von den drei Gründen bin ich mir aber relativ sicher, dass Grund eins der Hauptgrund ist warum ich so ruhig bei meinen Geldanlagen bleibe.

      viele Grüße
      Tim

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